klang, raum & ding.

Unter verschiedenen Namen entstehen seit 2013 kontinuierlich Arbeiten an einem erweiterten Begriff von Literatur und Essay. Ich versuche bisweilen eine Dichtung außerhalb des Buchs, die als dreidimensionaler Kontext aus Sprache, Sound und Dingen auftritt.

Ich baue unter dieser Prämisse Räume, arrangiere darin zu einem Thema, Stoff oder Begriff gesprochenen Text, Exponate, Dokumente, Zeit und Geräusche. Diese (De-)Installationen schaffen eine Situation, in der gehört, gelesen, wahrgenommen werden kann, und werden anschließend kontrolliert zum Verschwinden gebracht. Die meisten dieser Räume sind für Einzelpersonen oder Kleinstgruppen angelegt. Es geht in diesen Arbeiten um Intimität, Nähe zum Gegenstand und um eine Begegnung zwischen Menschen und Sprache, zwischen Menschen und Dingen, zwischen Menschen und diesem jeweiligen Raum. 
Ich arbeite also mit den Formen Installation, Hörstück und Gedicht im Raum. Ich habe dabei ein gesteigertes Interesse für das Kleine, Leise und Heimliche. Diese Arbeit begreift sich als dreidimensionale Essayistik, als begehbarer Kontext, als Dichtung vor Ort.

Unter diesen Prämissen arbeite ich solo, anlassbezogen aber auch im Auftrag und gemeinsam mit assoziierten Gruppen als szenografische, literarische oder akustische Projektstimme für Theater, Installationen, Hörstücke und Medien. Eine Auswahl der Arbeiten findet sich hier.

 

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Archiv

2021

INSIDE OUT (für und mit tehran re:public)
Audiowalk zum öffentlichen Raum und defensiver Architektur
WEGE-Projekt der Ruhrtriennale 2021, Bochum.

Team
Regie: Amirhossein Mashaherifard, Shahab Anousha
Mit Texten von Fabian Lettow, Philipp Beißel, Dr. Stefan Höhne
Stimme: Miriam Michel, Philipp Beißel, Judith Schäfer, Sonja Kirschall 
Sound, Musik: Rasmus Nordholt-Frieling
Voice recording: wardrobe voices
Installation: atelier automatique
Übersetzung: Sonja Kirschall

Zum Weg geht es hier: INSIDE OUT

 WEGE

 

 

2020-heute

GEGENWERT
Anonyme Erzählung für die europäische Verständigung

Seit 2020 entsteht eine Fortsetzungsgeschichte als praktische Loseblattsammlung auf öffentlichen Dokumenten im Hosentaschenformat.
Die Erzählung wird sukzessive und in gerechter Verteilung der einzelnen Episoden publiziert.

Kernthemen der Erzählung in ökonomischer Verdichtung ist die Frage nach Mitteln und Wegen, Werten, Gegenwerten, Teilhabe und Abgabe.
Die Geschichte ändert ihre Perspektive und Lesart je nach Wohnort und Lebensumstand der Leser*innen, die jeweils frei veräußerbare Anteile an der Erzählung besitzen und durch reinen Zufall in den Besitz dieser Anteile gelangen.
Die Geschichte greift lediglich zurück auf die Dokumente der drei niedrigsten Gegenwerte, um eine demokratischere Zugänglichkeit wahrscheinlicher zu machen.
Jedes Kapitel ist ein Unikat und wird nur einmal hergestellt. Es ist auf eine Größe skaliert, die die Sicherheitsmerkmale ihres Trägermediums nicht tangiert und wird mit einer Farbe gedruckt, die bei wiederholtem Kontakt mit Hautfett oder Schweiß verschwindet.
Die Erzählung erscheint ohne dessen Wissen im Verlag der Europäischen Zentralbank und wird zu einem 1:1-Kurs getauscht. Im Sinne der europäischen Verständigung ist die Publikation in englischer Sprache verfasst.

 Gegenwert
"VORWORT
Dies ist eine Fortsetzungsgeschichte. Sie beginnt für Sie unvermittelt und bricht jäh ab.
Die Erzählung handelt von einem tragischen jungen Mann, der sich wünscht, genug Geld für einige Dinge zu besitzen, von deren Eigentum er sich etwas verspricht, das ihm etwas bedeuten könnte. Die Erzählung ist gerecht verteilt:
Sie findet statt auf 30 Geldscheinen unterschiedlichen Marktwerts.
Es ist unwahrscheinlich, dass Sie diese Geschichte jemals gänzlich lesen werden.
Die Gründe dafür sind bekannt.
Es wird Ihnen etwas vorenthalten.
Der Titel der Geschichte lautet »Gegenwert«."


2020

DER RAUMDEUTER
Kurzfilm/Videoarbeit von tehran re:public

(Texte, Voice Over und Audio Processing)

Nach “The perfect Human” von Jørgen Leth (1967)
Konzept, Regie: Amirhossein Mashaherifard, Shahab Anousha

Performance: Pooyesh Frozandeh
Text: Philipp Beißel (Link zum Text)
Voice over: Philipp Blömeke

Video: Anooshiravan Aria, Amirhossein Mashaherifard
Premiere: 5. Juli 2020

  Der Raumdeuter

AFTERMATH
Intermediale Performance/Tanz
(Raumtexte & Sprechtext) für tehran re:public
Regie, Choreographie: Amirhossein Mashaherifard
Sophiensaele Berlin, Tanztage 2020, 14. & 15. Januar 2020.

 

2019

unheim. Versuch über den Wohnvorgang
Hör- und Raumstück für ein Zimmer und kleine Dinge.
Kunsthaus Essen, 26. & 27. Juli 2019

 UH_Kunsthaus Essen

 

AFTERMATH
Intermediale Performance
(Raumtexte & Sprechtext)
Regie, Choreographie: Amirhossein Mashaherifard
Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim a. d. Ruhr
29. & 30. März 2019

 

 

2018
unheim. Versuch über den Wohnvorgang
– Hörstück für eine fremde Wohnung in einem stillen Haus
Hörstück/Installation.
28. Juli 2018, Bochum, Hamme.

 unheim. - Szenenbild Judith Schäfer

 

2017

unheim. I – Hörstück für eine fremde Wohnung [abweichende Vorfassung]
25. November 2017, Zeitzeug_-Festival, Privatwohnung, Bochum.

 unheim. - 2017


hier.
– Klangstück über den Einsturz eines Ortes
Podest-Festival, Zeche 1, Bochum, 05. August 2017

 hier. - Luise Frentzel, Lufre Design


2016

muta cum liquida. – Stimmperformance für einen verschwindenden Körper und ein 270°-Spektrogramm
Chaos - Performance unter der Leitung von Laurent Chétouane
20. November 2016, Zeche 1, Bochum.

 Muta cum Liquida

 

echokammer. – Klanginstallation zur Geschichte der Tonaufnahme mit Folien, Objektträgern und Lautgraphik.
01. April 2016, PACT Zollverein, Essen.

 echokammer.

„Spielräume der Erinnerung – Menschen im Hotel“
Projektbeitrag (Sprach-/Klanginstallation für lokalen Funk)
19. Februar - 10. April 2016, hotel friends, Düsseldorf.
Außerdem: Lange Nacht der Museen.
Kurator: Wilko Austermann (antichambre)

 Hotel

 

2015
dunkelkammer. – Hörinstallation mit Materie zum Thema des Erbes
21. Juli 2015, Podest-Festival, TOR 5, Bochum.

 dunkelkammer

 

2013
das flüstern im kissen. – Vertonung von fremden Träumen mit Soundscapes der Orte, an denen sie geträumt wurden.
06. Dezember 2013, PACT Zollverein, Essen.

 das flüstern im kissen.

s|t – Klang-/Geräuschcollage für einen Büroraum.
23. Juli 2013, Podest-Festival, FKT, Bochum.

 s|t-Foto © Anna Krajewski





Fotonachweise:

unheim.-Foto: © Judith Schäfer
hier.-Foto: © Luise Frentzel, Lufre Design
s|t-Foto: © Anna Krajewski
Foto von Der Raumdeuter: © Pooyesh Frozandeh

alle übrigen von Philipp Beißel, wie wir sehen ...